Recken der Spindelwelle

Das Recken von Kugelgewindetrieben dient zur Kompensation der Wärmedehnung bzw. zur Vermeidung von Druckkräften bei Verwendung von Festlagern an beiden Enden. Ziel ist es, die Spindelwelle so weit zu recken, dass bei der höchsten zu erwartenden Temperatur immer noch eine geringe Zugkraft vorhanden ist.

Ermittlung der Temperatur 

Wir verfügen über die Möglichkeit, die voraussichtliche Betriebs-temperatur eines Kugel-gewindetriebs abzuschätzen. Bitte kontaktieren Sie uns, falls Sie nicht über Erfahrungswerte verfügen.

Berechnung der Reckung 

Die Dehnung (Reckung) der Spindelwelle sollte mindestens gleich groß wie die Wärmedehnung bei der höchsten zu erwartenden Temperatur sein.

Berechnung der Reckkraft 

Die Kräfte zur Reckung der Spindelwelle sind erheblich. Da sie (bei rotierender Spindelwelle) über die Axiallager geleitet werden müssen, stellen sie einen gewichtigen Faktor bei der Dimensionierung der Lager dar.

Δlp   Reckbetrag
ΔlT   Wärmedehnung

Δt   Temperaturänderung
α    Wärmedehnungskoeff.
ls    Spindellänge

Eine Abhandlung über die Berechnung der voraussichtlichen Temperatur finden Sie in unserem newsletter vom März 2004, Seite 5+6 (englische Sprache), siehe Seite "Service".

FT    Reckkraft
E     E-Modul
A    Querschnittsfläche
ε     Dehnung bez. auf Länge

Zur Berechnung der Querschnittsfläche A verwenden Sie einfach den Nenndurchmesser des Kugelgewindetriebs minus des Kugeldurchmessers!

Technik-Tipp: 

Die Resonanzfrequenz (kritische Drehzahl) der Spindel wird durch die Zugkraft nicht wesentlich beeinflusst. Jedoch ist das Recken Voraussetzung dafür, dass die Spindel beidseits in Festlagern gelagert werden kann. Dies wiederum führt zu einer höheren kritischen Drehzahl. Auch die Axialsteifigkeit steigt durch die Fest-/
Festlagerung.

Der Kugelgewindetrieb kann mit einer negativen Steigungskompensation c bestellt werden, damit durch das Recken keine ungewollte positive Steigungsabweichung entsteht!

© 2012 August Steinmeyer GmbH & Co. KG